Einrichten

Kleine Wohnung, grosse Wirkung: So richten Sie wenige Quadratmeter clever ein

· von Lea Imhof

In Zürich, Genf oder Basel sind 2,5-Zimmer-Wohnungen mit 55 Quadratmetern keine Seltenheit, und wer in einer Altstadt wohnt, kennt verwinkelte Grundrisse und schräge Wände. Mit ein paar Grundsätzen aus der Raumplanung wirkt aber auch eine kleine Wohnung grosszügig.

Zonen statt Zimmer

Wenn ein Raum mehrere Aufgaben übernehmen muss, hilft es, ihn klar zu gliedern. Ein Teppich definiert die Sofaecke, eine Pendelleuchte über dem Tisch markiert den Essbereich, ein offenes Regal trennt das Bett vom Arbeitsplatz, ohne Licht zu schlucken. Das Auge liest diese Zonen sofort, und der Raum wirkt geordnet statt vollgestellt.

Möbel mit doppeltem Nutzen

Jedes Möbel sollte sich seinen Platz verdienen:

  • ein Bett mit Schubladen statt einer separaten Kommode
  • ein ausziehbarer Esstisch, der im Alltag als Schreibtisch dient
  • eine Sitzbank mit Stauraum im Eingang
  • Hocker, die auch als Beistelltisch funktionieren

Achten Sie auf Möbel mit sichtbaren Beinen. Wenn man unter Sofa und Schrank den Boden sieht, wirkt der Raum leichter.

Die Höhe nutzen

Was in der Fläche fehlt, findet sich oft in der Höhe. Regale bis unter die Decke, ein Hochschrank über der Tür oder Haken in verschiedenen Höhen schaffen Stauraum. Schwere, dunkle Möbel gehören nach unten, helle und offene nach oben. Vorhänge, die knapp unter der Decke statt direkt über dem Fenster montiert sind, lassen den Raum höher erscheinen.

Helle Farben, aber nicht nur Weiss

Weisse Wände sind sicher, wirken in kleinen Räumen aber schnell kühl. Warme Off-White-Töne, ein helles Sandbeige oder ein zartes Salbeigrün schaffen Atmosphäre, ohne den Raum zu verkleinern. Eine einzelne dunklere Wand hinter dem Bett kann sogar Tiefe erzeugen. Wichtig ist ein ruhiges Gesamtbild mit höchstens drei Hauptfarben.

Spiegel und Licht

Ein grosser Spiegel gegenüber dem Fenster verdoppelt das Tageslicht. Am Abend sorgen mehrere Lichtquellen in unterschiedlichen Höhen für Tiefe: eine Stehleuchte, eine Tischleuchte und indirektes Licht im Regal. Eine einzige Deckenleuchte dagegen macht jeden Raum flach.

Weniger ist wirklich mehr

Der wichtigste Tipp ist zugleich der schwierigste: ausmisten. Gehen Sie einmal im Jahr durch alle Schränke und fragen Sie sich bei jedem Gegenstand, ob Sie ihn im letzten Jahr gebraucht haben. Was bleibt, bekommt einen festen Platz. Eine kleine Wohnung, in der alles seinen Ort hat, fühlt sich ruhiger an als eine grosse, in der überall Dinge herumliegen.

Mietwohnung? Kein Problem

Viele Ideen lassen sich ohne Bohren umsetzen: Klemmregale, Leuchten mit Stecker, Spiegel zum Anlehnen und Teppiche. Fragen Sie bei grösseren Eingriffen trotzdem die Verwaltung, denn bei der Wohnungsabgabe wird genau hingeschaut.