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Farben in der Wohnung: Was Wandfarben mit unserer Stimmung machen

· von Lea Imhof

Eine neue Wandfarbe ist die schnellste Art, einen Raum zu verwandeln. Doch vor dem Farbfächer im Baumarkt kapitulieren viele und greifen doch wieder zum Weiss. Dabei muss Farbe nicht laut sein. Mit etwas Wissen über die Wirkung von Farben wird die Wahl viel einfacher.

Wie Farben wirken

Die Farbpsychologie beschäftigt sich damit, wie Farben unser Empfinden beeinflussen. Vieles ist kulturell geprägt und individuell verschieden, aber einige Tendenzen sind gut belegt:

  • Blau und Grün wirken beruhigend und erinnern an Natur, Wasser und Himmel.
  • Warme Erdtöne wie Terrakotta, Ocker oder Sand schaffen Geborgenheit.
  • Gelb wirkt fröhlich, kann in grossen Flächen aber unruhig machen.
  • Rot belebt, ist als Wandfarbe aber nur in kleinen Dosen angenehm.
  • Grau ist neutral, in kühlen Varianten schnell trist.

Welche Farbe für welchen Raum?

Schlafzimmer: gedämpfte, kühle bis neutrale Töne wie Salbeigrün, Taubenblau oder ein warmes Grau. Sie helfen, zur Ruhe zu kommen.

Wohnzimmer: warme, einladende Töne, die abends bei Kunstlicht gut aussehen. Testen Sie die Farbe unbedingt bei Tageslicht und am Abend.

Küche: helle, frische Farben, die das Licht reflektieren. Ein mutiger Akzent an einer Wand oder an den Fronten funktioniert hier gut.

Arbeitszimmer: ein ruhiges Grün oder Blau unterstützt die Konzentration, zu viel Weiss kann auf Dauer blenden.

Kinderzimmer: lieber zarte Pastelltöne als knallige Farben. Kinder bringen mit Spielsachen und Büchern genug Farbe mit.

Die 60-30-10-Regel

Innenarchitekten arbeiten gerne mit einer einfachen Faustregel: 60 Prozent einer Hauptfarbe (meist Wände), 30 Prozent einer Nebenfarbe (Möbel, Textilien) und 10 Prozent Akzentfarbe (Kissen, Bilder, Vasen). So wirkt ein Raum harmonisch, ohne langweilig zu sein.

Farbmuster richtig testen

Kaufen Sie kleine Probedosen und streichen Sie grosse Musterflächen von mindestens einem halben Quadratmeter, am besten auf zwei verschiedenen Wänden. Schauen Sie sich die Farbe morgens, mittags und abends an. Eine Farbe, die im Laden perfekt aussah, kann an einer Nordwand plötzlich grau und kühl wirken.

In der Mietwohnung

Viele Mietverträge erlauben farbige Wände, verlangen aber bei Auszug den ursprünglichen Zustand. Fragen Sie vorher bei der Verwaltung nach und bewahren Sie die Abmachung schriftlich auf. Wer nicht streichen möchte, setzt Farbe über Textilien, Teppiche und grosse Bilder ein.

Mut zur Farbe

Der wichtigste Tipp: Beginnen Sie mit einem kleinen Raum, etwa dem Gäste-WC oder dem Flur. Dort ist ein Fehlgriff schnell übermalt, und Sie gewinnen Sicherheit für die grösseren Räume.